Vertikales Photovoltaikkraftwerk Auf Alpenverdammung

- Dec 05, 2019-

Das badische Energieversorgungsunternehmen Axpo errichtet im schweizerischen Glarus am Muttsee eine 2-Megawatt-Anlage zur Stromerzeugung. Die Anlage soll vor allem im Winter eine hohe Stromerzeugung erreichen.


Mehrere Studien haben gezeigt, dass in Berggebieten gebaute Photovoltaikanlagen auch im Winter große Strommengen erzeugen können. Das Schweizer Unternehmen Axpo will diese Schlussfolgerung mit dem Bau eines 2-MW-Kraftwerks an der Staumauer des Muttsee-Stausees in knapp 2.500 Metern Höhe belegen. Das Unternehmen plant, das Projekt auch als innovatives Projekt bei der Eidgenössischen Energieagentur einzureichen.


Das Kraftwerk wird nach Unternehmensangaben aus rund 6.000 Modulen auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern bestehen. Das Unternehmen fügte hinzu, dass der Neigungswinkel des oberen Komponenten-Arrays 77 Grad beträgt und das untere Komponenten-Array eine Neigung von 51 Grad verwendet. Es wird erwartet, dass die jährliche Stromerzeugung 2,7 GWh überschreitet. Axpo gab bekannt, dass derzeit mit potenziellen Partnern die Möglichkeit diskutiert wird, Stromkäufe im Rahmen langfristiger Strombezugsverträge zu realisieren.


Christoph Sutter, Leiter der Abteilung Erneuerbare Energien von Axpo, erklärte: "Der Muttsee-Damm ist sehr gut für die Erzeugung von Photovoltaik geeignet."


Sutter hält den Standort für ideal, da der Damm nach Süden ausgerichtet und an das Stromnetz angeschlossen ist. Er behauptet, dass die Höhe hier auch ein Faktor für die Förderung der Sonnenenergie ist. Nach der Prognose des Unternehmens wird das Gesamtsystem im Winter rund die Hälfte der jährlichen Stromerzeugung erreichen - im Vergleich zum relativ flachen Tiefland der Schweiz wird ein Kraftwerk ähnlichen Umfangs im Winter nur rund ein Viertel der jährlichen Stromerzeugung erzeugen.


Projekte in großer Höhe haben mehrere Vorteile, und das Fehlen von Nebel ist einer von ihnen, da klarer Himmel mehr Sonnenstrahlung bedeutet. Neben den Vorteilen, dass doppelseitige Komponenten beim Schnee mehr Strom erzeugen können, weisen diese Komponenten bei niedrigen Temperaturen einen höheren Wirkungsgrad auf.


Die Schweiz verbraucht im Winter weit mehr Strom als sie erzeugt. Da viele Grosskraftwerke in der Schweiz und im Ausland vom Netz gehen, wird es im kommenden Winter immer schwieriger, Strom zu beziehen.


In den letzten Jahren hat das Land viele Photovoltaikanlagen auf dem Schweizer Mittelland gebaut, kann aber das Problem des Winterstromverbrauchs nicht effektiv lösen. Axpo ist jedoch der Ansicht, dass Photovoltaikanlagen in großer Höhe die Umsetzung der Energiestrategie der Schweizer Regierung für 2050 unterstützen werden.


Andy Heiz, Leiter der Division Stromerzeugung und -netze des Unternehmens, sagte: "Wir haben festgestellt, dass Photovoltaikanlagen tatsächlich viel Strom produzieren können. Um den Status Quo wirklich zu ändern, ist ein Kraftwerk am Muttsee-Damm das nicht genug. Wir müssen Photovoltaikprojekte einsetzen. Kein Schutzgebiet und gut entwickelter Standort. Politische und wirtschaftliche Voraussetzungen müssen ebenfalls erfüllt sein. "


Die jüngsten Forschungen der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Schnee und Lawine (SLF) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne belegen das Potenzial von Photovoltaik-Höhenlagen. Forscher behaupten, dass solche Systeme dazu beitragen können, saisonale Rückgänge bei der Stromerzeugung im Winter aufgrund von Nebelbildung, Bewölkung und verringerter Sonneneinstrahlung zu mildern.


Der Schweizer Stromversorger Romande Energie hat kürzlich eine schwimmende 448-Kilowatt-Solaranlage am Lac des Toules auf 1.810 Metern Höhe in den Schweizer Alpen errichtet.


Swisssolar, der Verband der Photovoltaikindustrie des Landes, sagte diese Woche, dass das Land 50 GW kumulierte installierte Photovoltaikkapazität benötige, um seinen zukünftigen Energiebedarf zu decken und fossile Brennstoffe im Zuge des Atomausstiegs zu ersetzen. Dieser Solarbedarf entspricht dem 25-fachen der bisher installierten Solarkapazität des Landes.


"Wir brauchen 40 bis 45 Terawattstunden Sonnenenergie pro Jahr, wovon die meisten durch Dach- und Fassadenprojekte gedeckt werden können", sagte David Stickelberger, Geschäftsführer von Swissolar.


Der Bundesrat und der Bundestag müssen jedoch angemessene Voraussetzungen schaffen, um den Einsatz von mehr Photovoltaikanlagen, insbesondere in Gebäuden, zu erleichtern.


Eidtor: Kiko Lee

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